Pückler, der Gartenkünstler

Das Kulturhotel liegt am Eingang des Parks, mit dem Pückler - als Autodidakt - zum einflussreichen Gartenfachmann avancierte. Neben seinen Hauptwerken in Bad Muskau und Branitz wirkten Pücklers zukunftsweisende Ansätze über Europa hinaus bis nach Nordamerika.

England weckte die Parkomanie

Auf seiner Englandreise 1814 besuchte Pückler innerhalb weniger Monate über 30 Parkanlagen – und verfiel der Parkomanie. Zurück in Bad Muskau begann er ein Jahr später mit der Anlage seines Parks. Das Projekt dauerte drei Jahrzehnte, verschlang Unmengen von Geld und brachte die Pro-Forma-Scheidung von Pückler und Lucie mit sich. Doch der Muskauer Park, der beiderseits der Neiße entstand, sucht weltweit seinesgleichen: Er ist ein Meisterwerk, das als der klassische Landschaftsgarten bezeichnet wird. Heute gehört der Muskauer Park zum UNESCO-Welterbe.

Parkgestaltung als Natur-Malerei

Pücklers Idee von Gartenkunst war es, die Landschaft natürlich aussehen zu lassen. Zur inszenierten Wildheit gehörten buchtenreiche Gewässer, mäandernde Wege und üppige Vegetation. Der Fürst sprach von „Natur-Malerei“: Mit Materialien der Natur malte er dreidimensionale Bilder. Die Wege des Parks eröffnen dabei immer wieder neue Blicke, Sichtachsen und Perspektiven. Pückler schuf einen Sinnesraum, in dem sich Menschen wohlfühlen. Um das Gartenreich bestmöglichst zu überblicken, empfahl der Fürst seinen Besuchern eine Spazierfahrt mit der Kutsche.

“Es ist dies die Freiheit der Bäume, nach der wir uns ebenfalls so sehr sehnen.”

Fürst Pückler

Zutaten für die fürstliche Tafel

Pücklers Gartenwelt wäre unvollkommen ohne die Gewächshäuser, in denen seine Ananas gepflanzt und kultiviert wurden. Auch Weintrauben, Melonen und Feigen wurden in den Gewächshäusern gezogen. Anschließend wurden die exotischen Früchte zu köstlichen Menüs und Desserts verarbeitet und an der fürstlichen Tafel verspeist.

Das Wirken des grünen Fürsten

Bad Muskau war Pücklers größtes Projekt. Es stellte den Fürsten auf eine Stufe mit großen Landschaftsarchitekten wie Schell oder Lenné. Seine Begeisterung für die ungezähmte Natur brachte Pückler auch zu Papier. Durch sein 1834 erschienenes Buch “Andeutungen über Landschaftsgärtnerei” – bis heute ein einflussreiches gartentheoretisches Standardwerk – gilt der Fürst als Begründer der modernen Landschaftsgestaltung. In Branitz bei Cottbus schuf Pückler einem weiteren Park. Außerdem wirkte er in Neuhardenberg, Babelsberg, Thüringen und Paris.

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