Pückler, der Kurortgründer

Unter Federführung der Fürstin entstand mit dem "Hermannsbad" der Kurbetrieb in Bad Muskau. Er brachte dem Fürstenpaar keinen Gewinn - aber vielen Kranken die Linderung ihrer Leiden.

Die Anlage des Muskauer Parks verschlang so viel Geld, dass der Fürst und seine Frau Lucie unentwegt nach neuen Einnahmemöglichkeiten suchten. 1822 wurden in Muskau zwei Heilwasser-Quellen – eine Bade- und eine Trinkquelle – gefunden, deren Heilwirkung durch einen reichen Eisengehalt untersucht und nachgewiesen worden war. Analysen zeigten, dass das Eisenmoor in Muskau an Wirksamkeit bedeutend reicher war als das in Marienbad in Böhmen.

Mineralbäder und Trinkkuren

Daraufhin lässt Pückler im Sommer einige Wannen für Mineralbäder für Kranke der Standesherrschaft aufstellen und erste Trinkkuren verordnen. Die Fürstin allerdings dachte größer: Sie kam auf die Idee, eine Badeanstalt zu gründen. Der Fürst und die Fürstin hofften auf solvente Kurgäste und versprachen sich dringend benötigtes Geld für die Vorhaben zur Gestaltung des Landschaftsparks an der Neiße.

Das “Hermannsbad” entsteht

Lucie ließ auf dem Gelände des Parks ein Kurbad errichten: ein Mineralbad, ein Restaurationsgebäude und ein Logierhaus. Das Bad wurde nach dem fürstlichen Besitzer benannt und als „Hermannsbad“ eingeweiht. Der offizielle Badebetrieb begann mit 130 Kurgästen am 22. Juni 1823. In den Folgejahren machte sich Lucie verdient um die landschaftsgärtnerische Gestaltung des Badeparks.

“Wegen des Bades lass den Mut nicht sinken, es wird gewiss allerliebst, und wenn es auch nichts einbringt, doch der Mühe wert es geschaffen zu haben.”

Fürst Pückler an Lucie

Umfangreiches Kur-Angebot

Zwar kamen finanzkräftige Kurgäste nach Muskau, um hier von der Eisenvitriolquelle zu trinken und ab 1830 auch im Moorschlamm zu baden. Das Kurbad stellte ein modernes und umfangreiches Angebot zur Verfügung: Neben dem Heilwasser und Moor kamen Schwefel-, Kräuter-, Schlacken-, Douch- und Dampfbäder zur Anwendung. Außerdem ein russisches Bad, vergleichbar mit der Sauna, und als Besonderheit die “Schwitzbäder” in den Schächten des Alaunbergwerkes. Mit Massagen, Musik und Kultur und der Ruhe und Schönheit des fürstlichen Parks versprach Muskau zudem hervorragende Erholung.

“Eine Torheit mehr oder weniger verschlägt nichts, und ausgebadet muss das Bad nun werden.”

Fürst Pückler an Lucie

Die Geldnot bleibt

Doch die Erlöse durch den Kurbetrieb reichten nicht, um die Geldnot zu beenden. Die erhofften Einnahmen, die dringend zur Finanzierung des Parks benötigt wurden, stellten sich trotz intensiver Werbung für das Mineralbad nicht ein. Was der Nachwelt aber blieb, waren Park samt Bauten und eine inzwischen fast 200-jährige Kurtradition in Bad Muskau.